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Elektrischer Palettenhubwagen: Wann er reicht — und wann nicht

Ratgeber 06. April 2026 5 Min. Lesezeit

Ein elektrischer Niederhubwagen kostet einen Bruchteil eines Staplers und ist in der Halle sofort einsatzbereit. Doch er hebt keine Palette ins Regal und wird auf langen Wegen zur Geduldsprobe: wo die Grenze liegt und was danach kommt.

Bobcat BPM16-20N7 Lagertechnik

Was ein Niederhubwagen wirklich kann

Ein elektrischer Niederhubwagen hat genau eine Aufgabe: Paletten heben, bis sie den Boden nicht mehr berühren, und von A nach B fahren. Bei der Bobcat N-7-Serie sind das rund 200 mm Hubhöhe, gerade genug um Rollen und Gabeln freizubekommen, kein Millimeter mehr. Die Tragkraft deckt den Alltag ab: LPM15N-7 und BPM16N-7 tragen 1.500 bis 1.600 kg, LPM20N-7 und BPM20N-7 bis 2.000 kg, BPR20N-7 und BPR25N-7 als Aufsitzvarianten bis 2.500 kg. Alle laufen mit 24-Volt-Antrieb, wahlweise mit Blei-Säure- oder Lithium-Ionen-Batterie, ladbar an jeder normalen Steckdose. Die kompakte Bauform der BPM-Serie (1.736 mm lang, 720 mm breit) passt durch jeden Gang, in dem auch ein Kommissionierwagen fährt. Genau dafür ist das Gerät gebaut: Wareneingang abladen, zur Rampe fahren, LKW beladen, Ware ebenerdig zum Kommissionierplatz bringen. Kein Hubmast, keine Fahrerstandplattform in der Höhe, keine Ausbildung wie am Gegengewichtsstapler.

Bobcat BPM16N-7 elektrischer Mitgänger-Niederhubwagen

Mitgänger oder Aufsitzer: die erste Weichenstellung

Innerhalb der Niederhubwagen-Familie gibt es eine zweite wichtige Entscheidung: mitgehen oder mitfahren. Der BPM16N-7 und BPM20N-7 sind reine Mitgänger, die Bedienperson läuft neben dem Gerät und steuert per Deichsel, Höchstgeschwindigkeit 6 km/h. Das reicht für kurze Wege zwischen Rampe und Lagerplatz, wird aber auf Dauer anstrengend, sobald die Strecken länger werden. Der BPR20N-7 und BPR25N-7 haben eine Fahrerstandplattform, 12 km/h Fahrgeschwindigkeit, doppelt so schnell wie der Mitgänger, dazu ein integriertes Ladegerät für lange Schichten. Der Aufsitzer ist entsprechend größer (2.250 statt 1.736 mm Länge, 840 statt 720 mm Breite) und braucht mehr Rangierraum in Gängen und an Ecken. Faustregel aus der Praxis: je kürzer und verwinkelter die Wegstrecke, desto eher reicht der Mitgänger. Je länger die geraden Strecken durch Großlager oder Distributionszentren, desto schneller amortisiert sich die höhere Geschwindigkeit des Aufsitzers über die gesparte Zeit pro Fahrt.

Bobcat LPM15N-7 elektrischer Niederhubwagen Einstiegsklasse

Die ehrlichen Grenzen: Hubhöhe, Untergrund, Strecke

Die rund 200 mm Hubhöhe sind kein Kompromiss, sie sind die Konstruktion: Ein Niederhubwagen hat keinen Hubmast, also auch keine Möglichkeit, eine Palette ins zweite Regalfach zu heben. Wer versucht, damit zu stapeln, verlässt den vorgesehenen Einsatzbereich. Zweite Grenze ist der Untergrund: Die Lastrollen sind für ebene Hallenböden ausgelegt, nicht für Schotter, Kopfsteinpflaster oder steile Rampen im Außenbereich, das Fahrgestell verkraftet nennenswerte Steigungen und unebene Flächen nicht sicher. Dritte Grenze ist die Wegstrecke: Ein Mitgänger, der neben dem Gerät herläuft, ist bei kurzen Distanzen effizient, bei langen geraden Wegen durch eine ganze Halle wird die Fußgeschwindigkeit zum Flaschenhals, und selbst der schnellere Aufsitzer stößt irgendwann an die Grenzen dessen, wofür er gebaut ist: innerbetrieblicher Bodentransport, keine Langstrecke. Wer regelmäßig Rampen, Außenflächen oder große Distanzen bewältigen muss, braucht ein anderes Gerät.

Bobcat BPR20N-7 Aufsitz-Niederhubwagen mit Fahrerstand

Wann der Sprung zum Hochhubwagen fällig ist

Sobald Paletten ins Regal müssen, ist die Antwort nicht ein größerer Niederhubwagen, sondern ein anderes Gerätekonzept. Der Bobcat LSM12N-7 ist ein Mitgänger-Stacker mit Duplex-Hubmast, lieferbar mit 2.900, 3.200 oder 3.600 mm Hubhöhe je nach Regalhöhe im Lager. Der Umstieg kostet aber auch: die Tragkraft sinkt auf 1.200 kg, weniger als selbst der kleinste Niederhubwagen der N-7-Serie schafft, weil der Hubmast die Statik verändert. Wer diesen Sprung überlegt, sollte vorher die tatsächliche Regalhöhe und die typische Palettenlast im Betrieb gegenrechnen, nicht nur die Anschaffungskosten. Was ein Stacker noch leistet und wo endgültig der klassische Hochhubwagen mit Fahrerkabine übernehmen muss, erklären wir ausführlich in Hochhubwagen erklärt: Wenn der Niederhubwagen nicht mehr reicht. Eine dritte Option für Betriebe, die Fahren und Stapeln in einem Gerät kombinieren wollen, sind Combilift Deichselstapler, die längere Strecken und Hubarbeit in einer Maschine vereinen.

Bobcat Niederhubwagen N-7-Serie im Lagereinsatz

Modelle im Überblick: von 1.500 bis 2.500 kg

Wer sich für einen elektrischen Niederhubwagen entscheidet, wählt zwischen sechs Bobcat-Modellen: LPM15N-7 (1.500 kg) und LPM20N-7 (2.000 kg) als Einstiegsklasse, BPM16N-7 (1.600 kg) und BPM20N-7 (2.000 kg) als Mitgänger der N-7-Serie mit wählbarer Lithium-Ionen-Batterie, BPR20N-7 (2.000 kg) und BPR25N-7 (2.500 kg) als Aufsitzvarianten mit 12 km/h für lange Wege. Alle sechs sind reine Horizontaltransporter ohne Hubmast. Braucht ein Betrieb zusätzlich Hubhöhe, kommt der LSM12N-7-Stacker als nächste Stufe dazu, ohne dass die Halle gleich auf einen vollwertigen Gegengewichtsstapler umgestellt werden muss. Die komplette Bobcat-Lagertechnik-Palette inklusive Schubmaststaplern und Hochhubwagen zeigt die Übersichtsseite Bobcat Lagertechnik. Wer im Mehrschichtbetrieb fährt, sollte bei BPM- und BPR-Modellen die Lithium-Ionen-Option gegen die klassische Blei-Säure-Batterie abwägen: Zwischenladung an der Rampe statt einer langen Ladepause spart in dichten Schichtplänen spürbar Standzeit. Welche Kombination für ein konkretes Lager am wirtschaftlichsten ist, hängt am Ende von Wegstrecken, Regalhöhe und Schichtmodell ab, nicht von einer Pauschalregel.

Bobcat LPM Niederhubwagen kompakte Bauform

stapla berät österreichweit, welche Kombination aus Niederhubwagen und Hochhubwagen zu Ihrem Lager passt, von Gleisdorf und Guntramsdorf aus mit Service in ganz Österreich.

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