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Welcher Mast für welches Lager? Duplex, Triplex und Freihub erklärt

Ratgeber 06. April 2026 5 Min. Lesezeit

Ein Stapler, der nicht durchs Lagertor passt, oder ein Mast, der beim Palettenstapeln gegen die Containerdecke stößt – beides hat nichts mit der Tragkraft zu tun, sondern mit der falschen Mastwahl. Wer Bauhöhe und Freihub verwechselt, bestellt am eigentlichen Bedarf vorbei.

Bobcat D30S-9 Dieselstapler

Der Klassiker-Fehler: Bauhöhe ist nicht Freihub

Der teuerste Irrtum bei der Mastwahl passiert nicht bei der Tragkraft, sondern bei zwei Begriffen, die ständig verwechselt werden. Die Bauhöhe ist die Höhe des Staplers mit abgesenktem Mast – sie entscheidet, ob das Fahrzeug überhaupt durch ein Tor, unter einen Deckenbalken oder in einen Container passt. Der Freihub ist etwas anderes: die Strecke, die die Gabeln nach oben fahren, bevor der Mast selbst beginnt sich auszufahren und die Gesamthöhe wächst. Praxisfall Container: Ein Standard-Seecontainer hat eine Türhöhe von rund 2,28 m und eine Innenhöhe von rund 2,39 m. Ein Stapler mit passender Bauhöhe fährt problemlos hinein. Sobald er drinnen die erste Palette anhebt, um eine zweite darunterzuschieben, zählt aber nur noch der Freihub – reicht der nicht, schlägt der ausfahrende Mast gegen das Containerdach, noch bevor die Palette die nötige Höhe erreicht hat. Genau dieser Unterschied entscheidet, welcher Masttyp zum jeweiligen Einsatz passt.

Bobcat D30NXS Dieselstapler im Lager- und Verladeeinsatz

Duplex-Mast: robuster Klassiker – mit oder ohne Vollfreihub

Der Duplex-Mast besteht aus zwei ineinander geführten Mastschienen und ist die einfachste, wartungsärmste Bauart. In der klassischen Ausführung ohne Freihub beginnt die Maststreckung mit dem ersten Hubzentimeter – Beispiel Bobcat D70S-9: 5.500 mm Hubhöhe bei 3.840 mm Bauhöhe, aber nur 100 mm Freihub. Für den Außeneinsatz oder Hallen mit hoher Decke ist das kein Problem und meist die günstigste Lösung. Anders die Variante Duplex mit Vollfreihub: Ein zusätzlicher innerer Hubzylinder hebt die Gabeln zuerst, ohne dass sich der Mast streckt. Der Doosan B20T-7 zeigt das Prinzip: 3.000 mm Hubhöhe, 2.000 mm Bauhöhe, aber 1.200 mm Freihub – fast die gesamte Hubhöhe steht als echter Freihub zur Verfügung. Diese Bauart ist bei kompakten Elektrostaplern für Kommissionierung und niedrige Hallen verbreitet, stößt bei größeren Hubhöhen aber an ihre Grenzen: Der zusätzliche Zylinder macht den Mast dann unverhältnismäßig hoch.

Bobcat B25NS Elektrostapler mit Hubmast

Triplex-Mast: große Hubhöhe bei kompakter Bauhöhe

Der Triplex-Mast fügt eine dritte Schiene hinzu und löst genau das Problem, an dem der Duplex bei großen Hubhöhen scheitert. Der direkte Vergleich zeigt es: Der Doosan B30X-5 erreicht mit 5.560 mm nahezu dieselbe Hubhöhe wie der oben genannte Duplex-Stapler D70S-9 (5.500 mm) – aber bei nur 2.500 mm Bauhöhe statt 3.840 mm, also über einen Meter kompakter im abgesenkten Zustand. Und weil Triplex-Maste praktisch immer mit Vollfreihub ausgeführt sind, bringt er zusätzlich 1.500 mm Freihub statt 100 mm mit. Beim Doosan B35X-7 Plus sind es sogar 2.090 mm Freihub bei 5.655 mm Hubhöhe. Für Hochregallager, Hallen mit begrenzter Deckenhöhe und für den Wareneingang mit Container- oder Lkw-Beladung ist Triplex deshalb die Standardwahl, sobald mehr als rund 5 m Hubhöhe gebraucht werden. Der Preis dafür: mehr bewegliche Teile, mehr Verschleißpunkte an den Hubketten und ein höherer Anschaffungspreis als beim einfachen Duplex.

stapla Beratung zur passenden Mastkonfiguration

Freihub berechnen: die Formel für Tor, Sprinkler und Container

Die nötige Freihubhöhe lässt sich aus zwei Zahlen ableiten: der lichten Höhe des niedrigsten Hindernisses im Arbeitsbereich (Tor, Deckenbalken, Sprinklerkopf oder Containerdach) und der Höhe, auf die die Last angehoben werden muss, ohne diese Grenze zu überschreiten. Am Container lässt sich das konkret durchrechnen: Eine Bauhöhe von etwa 2.180 mm (Doosan D30NXS, Triplex) passt mit Reserve durch die rund 2,28 m hohe Containertür. Muss innen eine erste Palette von rund 1,2 m Höhe angehoben werden, um eine zweite darunterzustapeln, bleibt bei rund 2,39 m Innenhöhe nur wenig Spielraum nach oben – der D30NXS liefert dafür 1.400 mm Freihub und reicht damit sicher aus. Ein Duplex-Stapler ohne Freihub mit nur 100 bis 170 mm wäre hier bereits nach wenigen Zentimetern Hub blockiert. Dieselbe Rechnung gilt für Sprinkleranlagen unter der Hallendecke: Die Freihubhöhe muss immer über der geplanten maximalen Hubhöhe im kritischen Bereich liegen, nicht nur über der aktuellen Palettenhöhe.

Bobcat D30NXS Dieselstapler, Frontansicht mit Mast

Sichtfeld: Was die Mastbauart für den Fahrer bedeutet

Neben Bauhöhe und Freihub unterscheiden sich Duplex und Triplex auch darin, wie viel der Fahrer beim Heben sieht. Beim Duplex laufen zwei Schienen ineinander – im unteren und mittleren Hubbereich bleibt die Sicht nach vorne und oben vergleichsweise frei, weil nur ein Schienenpaar den Blick kreuzt. Beim Triplex überlappen sich beim Absenken drei Schienen, und genau in dieser Überlappungszone – meist auf Kopfhöhe des Fahrers – entsteht ein zusätzlicher Steg, der beim Einfahren ins Regalfach oder beim Blick nach oben stören kann, besonders bei angehobener Last mit Rückwärtsneigung. In der Praxis heißt das: Bei sehr häufigem, niedrigem Kommissionieren mit ständigem Blickwechsel setzen viele Betriebe bewusst auf den einfacheren Duplex-Mast, während Hochregal-Betriebe den kleinen Sichtfeld-Nachteil des Triplex zugunsten von Hubhöhe und kompakter Bauhöhe in Kauf nehmen. Welche Bauart im Alltag mehr wiegt, hängt vom Regalsystem und der Einlagerhöhe ab – nicht von der Tragkraft.

Bobcat B25NS Elektrostapler in der Lagerhalle

Welcher Mast passt, entscheidet sich an der Deckenhöhe, den Torhöhen und dem Regalsystem im eigenen Betrieb – nicht am Papier. stapla berät an den Standorten Gleisdorf und Guntramsdorf österreichweit und rechnet Bauhöhe, Hubhöhe und Freihub anhand der realen Maße vor Ort durch, bevor ein Gerät bestellt wird.

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